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Heute ist der 21.05.2012
posted: 6.Februar 2008
Bericht: Sabine Kleczewski


Joni Eareckson Tada:

Der Gott, den ich Liebe

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Joni Eareckson Tada schenkt uns hier 29 Kapitel Erweckungsliteratur - denn dies ist das Hauptanliegen aller ihrer Buchveröffentlichungen: die Menschen auf den richtigen Weg zu Christus zu führen. Ihr ganzes Leben hat sie in den Dienst der Missionierung gestellt. Das Buch schildert, wie es dazu kam, ihren Lebensweg zwischen 1955 und 2001. Sie wächst im Osten der USA auf, verlebt eine behütete Kindheit auf dem Lande am Delaware Fluß, ist begeisterte Reiterin, sportlich ebenso engagiert wie im kirchlichen Umfeld ihrer Gemeinde. Die religiöse Richtung hat ihr ihr Elternhaus vorgegeben, speziell ihr Vater und Vorbild, der fröhliche Abende am Lagerfeuer stets mit Kirchenliedern ausklingen ließ, und Joni darauf vorbereitete, eine christliche Wegweiserin für andere zu sein.


Jonis Kindheit verläuft in sicheren geregelten Bahnen, die für sie selbstverständlich sind. Als Teenager stürmen dann all die widersprüchlichen Empfindungen, Bedürfnisse und Forderungen der Pubertät auf sie ein, mit denen sie schwer klar kommt, verstärkt dadurch, dass sie "weiß", dass Gott etwas anderes von ihr erwartet - aber sie auch von ihm! Hat sie nicht immer ein gottgefälliges Leben geführt!? Und nun - läßt er es zu, dass sie vom Wege abkommt? Sie bittet darum und erwartet von ihm, dass er ihr Leben ändert. Das geschieht dann auch: Im Jahre 1967 erleidet sie bei einem Badeunfall einen "Genickbruch", der eine Querschnittslähmung ab der Halswirbelsäule (Tetraplegie) zur Folge hat. In einem Krankenhaus während ihrer Rehabilitation begegnete Joni unerwartet einer 15 Fuß (ca 4,5 Meter) hohen Christusstatue - das ist für sie das entscheidende Zeichen, durch das sie endgültige Gewißheit erlangt, dass ihr Leben Christus gewidmet sein wird.

Ihr Vorbild wird Billy Graham, berühmter Kirchenmann, seit den 1960er Jahren Berater aller US-Präsidenten. 2005 veranstaltete er, 86-jährig, in New York seine letzte große "Evangelisation". Ein Zitat aus seinem Buch von 1993 "Geht unsere Welt ihrem Ende entgegen?" spiegelt seine fanatische Weltsicht, die sich auch in Joni's Überzeugungen wieder findet: "Der Schrecken eines Atomkriegs geht - im Blick auf die Ewigkeit - vorüber. Der Zorn, der sich über alle ergießen wird, welche die angebotene Barmherzigkeit, Gnade und Erlösung in Christus ablehnen, ist viel schrecklicher." Einige Jahre später jedoch, in der US Show "The Hour of Power" im Juni 2007, hört man von Graham erstaunlicher Weise: "And that’s what God is doing today, He’s calling people out of the world for His name, whether they come from the Muslim world, or the Buddhist world, or the Christian world or the non-believing world, they are members of the Body of Christ because they’ve been called by God. They may not even know the name of Jesus but they know in their hearts that they need something that they don't have, and they turn to the only light that they have, and I think that they are saved, and that they’re going to be with us in heaven."

Also, jeder, der dem Ruf Gottes folgt, in Seinem Sinne lebt, wird in Sein Reich eingehen, egal, ob er Jesus kennt oder nicht. So hat sich Graham wohl doch an die Worte der Bergpredigt erinnert, die lauten: "Nicht jeder, der zu mir sagt 'Herr, Herr', wird in das Himmelreich eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters tut, der im Himmel ist. Viele werden an jenem Tage zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? ... Haben wir nicht in deinem Namen viele Taten getan? Dann werde ich zu ihnen sagen: Ich habe euch nie erkannt. Weichet von mir, ihr Übeltäter" (Matthäus 7, 21-23)

Joni's Einstellung zu ihrer Behinderung und gegenüber anderen behinderten Menschen wird in den folgenden Beispielen deutlich:

- "Unser Erlöser hatte durch Leiden Gehorsam gelernt, und das wurde nun auch von uns erwartet." So Joni's Einsicht, anläßlich einer Evangelisationsveranstaltung der Billy Graham Association 1989 im Fußballstadion in Budapest. Menschen werden in Joni's Augen also von Gott mit Behinderung oder anderem Unglück geschlagen, um Gehorsam zu lernen. Was Jesus betrifft, sehe ich das allerdings anders: war es nicht so, dass sein Leiden Folge seines Gehorsams war! Er hat sich dem Willen Gottes gefügt, sich bereit erklärt, die Leiden der Welt zu tragen.

- 1982 lernt Joni in Rumänien eine junge behinderte Frau, Maria, kennen, die von ihren Büchern begeistert ist und sie teilweise übersetzt hat. Joni wohnt während ihres Aufenthalts im Hotel Interconti und kommt nun eines Tages in Begleitung mehrerer Freunde, inklusive Maria, zum Hotel. Die junge Frau wird wegen ihrer Behinderung nicht eingelassen. Joni's Reaktion: "Mir fiel die Kinnlade herunter." Sie ist entsetzt. Was tut sie? Sie tröstet Maria und läßt sie auf der Straße zurück. Christlicher wäre es sicher gewesen, als Devisen zahlende prominente Ausländerin darauf zu bestehen, die junge Frau mit hinein zu nehmen.

- Es geht um eine Flutkatastrophe, bei der in Mexiko viele Menschen ums Leben kamen. Eine Frau fragt Joni warum soetwas geschehen ist. Ihre Reaktion: "Ich fragte mich, welche Denkvoraussetzungen ihrer Frage zu Grunde lagen. Sie ging offenbar davon aus, dass all die umgekommenen Mexikaner gute, ehrliche Dorfbewohner waren, die Besseres verdient hätten." Joni ist selbstverständlich der Meinung, dass das nicht so ist und dass wir alle den Tod verdient haben, denn "Der Tod ist der Sünde Sold." Und: "... keiner ist gut ... alle sind für Gott unbrauchbar geworden."

Da "zitiert" sie Römer 3, 10-12:"wie geschrieben steht: Da ist kein Gerechter, auch nicht einer; da ist keiner, der verständig ist; da ist keiner, der Gott sucht. Alle sind abgewichen, sie sind allesamt untauglich geworden; da ist keiner, der Gutes tut, da ist auch nicht einer." Dort steht nicht "untauglich FÜR GOTT" - Er hat uns geschaffen - Die Menschen sind untauglich geworden, ein gottesfürchtiges Leben in Nächstenliebe zu führen. "Unbrauchbar für Gott" - Welch "Gottesbild" steht dahinter, welch Menschenbild?! Der Gott der Sintflut - als Deus ex Machina? - entledigt sich wahllos mal eben einiger seiner unbrauchbar gewordenen Geschöpfe. Dafür steht Christus? Ich frage mich, welche Denkvoraussetzungen Frau Eareckson Tada hat, wenn sie jedes Unglück oder Leiden, das Menschen trifft, als "Strafe Gottes" wertet, die stehenden Fußes eintritt - wo doch zahllose schwerwiegende Sünden von Menschen bis zu deren ganz durchschnittlichen Tod keinerlei göttliche Sanktionen nach sich ziehen. Billy Graham leidet heute an Parkinson und einem Prostata Karzinom. Sollen wir dies nun als Strafe für sein Lebenswerk oder für seine kürzlich erfolgte Abkehr von der Hauptmaxime seines Missionsauftrags ansehen?

Das Buch endet am 11. September 2001. Joni möchte den Opfern der Attentate helfen - das erste, woran sie denkt, ist, Bibeln zu verteilen... Es ist nicht zu verkennen, dass Joni Eareckson Tada durch ihr Engagement behinderten Menschen und ihre Familien Gutes gebracht hat und bringt, u.a. in Entwicklungsländern, wo es an Hilfmitteln fehlt. Sie gründete dafür den Verein "Joni and Friends". Durch die Aktion "Wheels for the World" z.B. werden gebrauchte Rollstühle gesammelt, aufgearbeitet und an Bedürftige weiter gegeben. Bei allem ist für sie jedoch stets vorrangiges Ziel, den Menschen das Geistesheil zu bringen. Für den Gott, den sie liebt.


Joni Eareckson Tada, Der Gott, den ich Liebe (Meine Lebensgeschichte), Hännsler-Paperback 2007


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